Gründung der Schuhmacher-Werkstatt
Eduard Steiner war damals in Gernsbach im Landkreis Rastatt aus der Armee entlassen worden, wo er sofort eine Arbeit als Schuhmacher fand. Die Kleinstadt wurde nach bestandener Gesellen- und Meisterprüfung seine neue Heimat - erst recht, nachdem er sich hier im Februar 1926 mit einer Maß- und Reparaturwerkstätte selbstständig machte. Nachdem Konfektionsschuhe in den 1920er- und 1930er-Jahren auch in Dörfern und Kleinstädten immer raschere Verbreitung fanden, sank der Anteil der Maßschuh-Fertigung jedoch sehr schnell immer weiter ab. Zumal in der damals rund 5000 Einwohner zählenden Kleinstadt Gernsbach Ende der 1920er-Jahre noch knapp zwei Dutzend Schuhmacher ihrem Handwerk nachgingen.

Weiterführung der Werkstatt während des Krieges
Auch auf den beruflichen Lebensweg von Franz Steiner, dem Großvater von Christian Steiner, hatte der Krieg – in diesem Fall der Zweite Weltkrieg – maßgeblichen Einfluss. Nachdem sein Vater Eduard im November 1944 nochmals zum Kriegsdienst eingezogen wurde, führte der damals 13-jährige Franz Steiner die Schuhmacher-Werkstatt weiter, um der Familie mit fünf kleinen Geschwistern ein Auskommen zu sichern. Er, der eigentlich gerne Elektriker werden wollte, wuchs so automatisch in den Beruf hinein. Nachdem Eduard Steiner im Sommer 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, war die Lehre im väterlichen Betrieb selbstverständlich. In Zeiten, als es fast keine Neuware gab, mussten Schuhe ein ums andere Mal repariert werden – Arbeit gab es in der Werkstatt damals reichlich.

Meisterprüfung als Orthopädieschuhmacher
Doch Franz Steiner hatte die Zeichen der Zeit mit dem Wirtschaftsaufschwung der 1950er-Jahre frühzeitig erkannt: Ab 1952 schloss er eine weitere Lehrzeit als Orthopädieschuhmacher (damals noch zwei getrennte Berufe) in Baden-Baden an. 1957 legte er die Meisterprüfung als Schuhmacher und 1960 als Orthopädieschuhmacher ab.

Weitere Spezialisierung
Mit der Übernahme des Betriebs von seinem Vater zum 1. Januar 1964 verschob sich das Leistungsangebot immer weiter im Richtung Orthopädie und Fußgesundheit: Jeder Montag stand im Zeichen der medizinischen Fußpflege, in der Werkstatt gewannen orthopädische Maßschuhe und Zurichtungen sowie Einlagenbau einen immer größeren Anteil. Parallel dazu baute Wiltrud Steiner, die Großmutter von Christian Steiner, den Handel mit Bequemschuhen und Schuhen für lose Einlagen auf.

Aufgabe des Unternehmens
Nachdem sich in den 1990er-Jahren kein Nachfolger für das inhabergeführte Unternehmen fand, wurde Orthopädieschuhtechnik Steiner 1996 zu einer Filiale der Stinus Orthopädie GmbH, die bis heute in Gernsbach präsent ist.

Die Familientradition wird fortgesetzt
Mit Steiner Orthopädie & Sport in Friedberg setzt nun seit 2023 Orthopädieschuhmachermeister Christian Steiner die Familientradition in dritter Generation in Friedberg mit einem modernen Leistungsangebot fort.